Willkommen beim Forum für Entwerfen!

Das Forum für Entwerfen e.V. will als Initiative für gebrauchsorientierte Gestaltung und gestaltungsrelevante Wissenschaften dazu beitragen, dass Design nicht nur als »schöner Schein« oder gewerbefördernder Zusatznutzen verstanden wird, sondern sich funktionsgerecht und nutzerorientiert in unsere Alltagskultur eingliedert.
Das Forum für Entwerfen fördert den interdisziplinären Dialog zwischen Design, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur sowie aller an der nachhaltigen Gestaltung unserer Umwelt Interessierten.
Weitere Informationen unter > Ziele



Aktuell: Veranstaltung zu 100 Jahre Bauhaus
Dienstag, 19.02.2019 | 18.30 Uhr | Dieburg / Frankfurt

Bauhaus 4.0 meets Designlehre:
Im Spannungsfeld zwischen Designtheorie, -lehre
und -praxis – zur Veränderung der Rolle von Design
in Zeiten der Digitalisierung

Gastgeber des Abends ist das Forum für Entwerfen,
die Begrüßung übernimmt der Vorsitzende Ralph Habich.

> zur Veranstaltung
> zu »Bauhaus und kulturelle Revolution« von Ralph Habich




Das Forum für Entwerfen e.V. ist Gründungsmitglied des Deutschen Designtags e.V. und im Deutschen Kulturrat engagiert.




Ich und mein Wir – wer oder was gestaltet meine Identität?


ForumPublikation | erschienen Juni 2018

Die 160 Seiten starke farbige Broschüre ist für einen
Druckkostenbeitrag von € 15 zzgl. Versand bei der Geschäftsstelle erhältlich.
Mit Beiträgen von

Lioba Geggerle, Dominik Lahaye, Maike Tiedemann

Selbstdesign.


Andreas Hellgermann

Selbstermächtigung oder Unterwerfung


Erich Schöls

Vom medialen Overkill zum Aufbruch in virtuelle Informationsräume


Edith Kollath
Raman Zaya

restricted sceneries #01


Robert Fabach

Selbstdesign einer Baukultur: Vorarlberg


Andreas Lingg

Die Selbstorganisation der Selbstdarstellung


Ralph Habich

ICH und mein WIR
Wer oder was gestaltet meine Identität?


© Forum für Entwerfen e.V.


Vorwort


Ich und mein Wir
Wer oder was gestaltet meine Identität?


Was ist das für ein unglaubliches Entpuppen und Kristallisieren von Neuem. Die Globalisierung ist längst kein bloß wirtschaftliches Phänomen mehr; sie wirkt schon in den Kulturen. Und seit der großen Flüchtlingswelle wissen wir: Die Globalisierung verwirklicht sich sogar per pedes, barfuß durch die Wüste. Ethnien geben ihre Ortsbindungen auf. Die offen scheinende Welt macht Hoffnung, Hoffnung auf Hilfe in schlimmer Not.
Die Geschichte schreitet fort, in fast autistischem Trott? Das war vorgestern. Fast mag man lachen. An der aktuellen Dynamik des Wandels gemessen, war der große Jahrtausendwechsel ein gemütlich-allmähliches Verändern der Verhältnisse. Die ersten Smartphones machten sich gerade erst auf den Weg.
Apples iPhone- / iPAD-Serie ließ noch ganze sieben Jahre auf sich warten. Erinnern wir uns noch an die Zeit, als wir kein Smartphone handhabten? Heute spekulieren wir mit Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und Automatisierung, die Roboter hervorbringen, die 98% aller gängigen beruflichen Tätigkeiten so gut erledigen können wie Menschen.
Wo gehen wir hin, in einer Zeit, die verstört vor uns davonzulaufen scheint? Was machen wir mit uns, mit ICH, mit WIR? Innehalten. Aufmerksam sein. Beachten, was Menschen tun, wie sie neue Einstellungen bilden, Haltungen erneuern oder aufgeben und Fähigkeiten entfalten, die zuvor kaum wahrgenommen wurden.
Es kann noch einige Jahre dauern, bis wir uns sicher sein können, ob der Mensch noch der Mensch ist, den wir von früher kennen. Aber wir können uns wohl gewiss sein, je offener wir sind und je näher wir uns das Geschehen gehen lassen, umso besser erkennen wir im Neuen das Vertraute wieder. Also wagen wir die Expedition in unsere neue Welt. In unsere Zukunft.

Ralph Habich
für den Vorstand des Forum für Entwerfen e.V.


Einführung


Wann haben Sie zuletzt einen Brief bekommen? Wieviele Freunde haben Sie? Haben Sie eine Tätowierung? Haben Sie schon mal in der Wohnung eines fremden Menschen Urlaub gemacht? Direkt oder indirekt sind dies Fragen, die das Thema „ich und mein wir“ berühren. Wie stellen wir uns dar oder begreifen uns in unserem Kontext, einer Gruppe, der Familie, Freunden oder sogenannten Freunden.
Die vorliegende ForumPublikation befasst sich mit dem Spannungsfeld Individualismus – Kollektivismus. Mit Selbstdesign, Selbstinszenierung, Identität. Sich selbst aktiv zu gestalten, ob im trivialen oder im tieferen Sinn, fasziniert. Mitteleuropäer zählen sicher zu den überzeugtesten Vertretern des Individualismus. Bei der Beschäftigung mit unserem Umfeld, dem Gegenüber gewinnen aber „Integration“, das „Kollektiv“ oder „Schwarmintelligenz“ automatisch an Bedeutung. Somit wird auch die Frage der persönlichen Zugehörigkeit aufgeworfen: Welcher Gemeinschaft will ich angehören, wie zeige ich mich als Teil dieser kollektiven Identität? Wie gestaltet sich Identität überhaupt? Warum gibt es anscheinend ein Bedürfnis nach unverwechselbarer Identität und nach der einzigartigen Selbstdarstellung dieser?
Wir beschäftigen uns täglich mit Identität, einer zu gestaltenden, kommunizierenden Firmenidentität zum Beispiel. Wie weit können wir diese ganz bewusst gestalten? Wo sind die Grenzen der Planbarkeit? Und wer gestaltet uns? Wie werden wir geformt? Das Bestreben, neue Formen zu finden, wie ICH und WIR zusammen zu bringen sind, ist unverkennbar. Diese Publikation möchte neue Impulse für diese Fragestellung geben.
Ich und mein Wir. Zu diesem Thema haben wir – Lioba Geggerle, Dominik Lahaye, Maike Tiedemann – verschiedene Aufsätze aus unterschiedlichen Perspektiven zusammengestellt. Aus dem Blickwinkel der Philosophie bzw. Soziologie (Andreas Hellgermann, Andreas Lingg), der Architektur (Robert Fabach), des Designs (Erich Schöls) und der Kunst (Edith Kollath und Raman Zaya). Ralph Habich, Vorsitzender des Forum für Entwerfen, rundet mit seinem Beitrag das Thema ab.

Lioba Geggerle, Dominik Lahaye, Maike Tiedemann
Herausgeber



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