hermann ay
ein leben für das gute
und das schöne



er wird 1935 als sohn des eisengiessers georg und der magdalena ay in lechhausen, einem stadtviertel augsburgs am lech, geboren.

er wächst mit seiner zwei jahre jüngeren schwester marianne unter sehr einfachen verhältnissen auf.
nach dem frühen tod seiner mutter müssen beide geschwister schon im frühen kindesalter auf eigenen füssen stehen. in den familien der freunde wird hermann liebevoll aufgenommen. eine religiöse heimat findet er in der katholischen arbeiterjugend (CAJ). während der schulzeit entwickelt er sich auch zu einem guten leichtathleten in seinem augsburger sportclub.

er beginnt eine lehre als graveur, die er im leistungswettbewerb als bundessieger 1955 abschließt.
als graveurmeister wird ihm die urkunde als jahresbester 1960 durch den bundeskanzler überreicht.

im oktober 1962 beginnt er sein studium an der hochschule für gestaltung in ulm. im bereich "visuelle kommunikation" lernt er den gestalter otl aicher kennen, der ihm immer ein vorbild bleiben und der seine ganze arbeit und sein weiteres leben prägen wird. da die staatliche studienbeihilfe auch nicht zum einfachen leben ausreicht, muss er sich um einen zusätzlichen verdienst bemühen. er bekommt beim designer gugelot, an dessen institut für produktentwicklung und design in neu-ulm gelegenheit, das nötige «kleingeld» neben dem studium zu verdienen und dabei praktische erfahrungen zu sammeln.

im frühling 1967 ergibt sich die möglichkeit einer büropartnerschaft in seiner heimatstadt augsburg mit einem studienkollegen. nicht nur eine aufrichtige freundschaft, sondern eine grundsätzlich gemeinsame einstellung zu allem guten und schönen verbindet sie. ohne finanziellen hintergrund ist der beginn dieses unternehmens sehr schwer. beide müssen auch in ihren, vor dem studium erlernten berufen arbeiten, um ihre inzwischen gegründeten familien zu versorgen. mit seiner frau "ophelia" brigitte freut sich hermann ay über seine erste tochter simone. katharina und sohn benjamin folgen. bekannte designer und freunde bei siemens und bosch bieten eine mitarbeit im bereich technischer kommunikation an. es läuft!

die vorbereitungen zu olympiade 1972 in münchen beginnen. augsburg ist mit kanuslalom und olympischen vorspielen mit einbezogen. otl aicher, ehemaliger rektor der hochschule für gestaltung ulm und gestaltungsbeauftragter der olympischen spiele, holt hermann ay mit partner durch den bürgermeister der stadt augsburg zur mitarbeit. eine intensive gestalterphase beginnt.

für das jahr 1974 wird von ihnen der erste augsburg-kalender mit eigenen fotos gestaltet. bis 1996 sind es 23 erscheinungen mit etwa insgesamt tausend fotomotiven von augsburg. fotografieren ist die grosse leidenschaft von hermann ay und in der umhängetasche liegt immer seine nikon schussbereit. viele kennen seine ästhetischen fotomotive, von denen zahlreiche grossformatige bilder die räume von öffentlichen bauten zieren.

die stadt augsburg interessiert sich für eine zusammenarbeit mit dem büro ay, visuelle kommunikation.
es werden richtlinien zu einem einheitlichen erscheinungsbild der stadt entwickelt. interessante projekte werden in der folge gestaltet. aus einem wettbewerb entsteht das corporate design für die stadt ulm mit stadtwerken und ulm-messe.

durch sein natürliches, offenes und entgegenkommendes wesen gewinnt hermann ay viele freunde, auch aus dem kreise seiner auftraggeber von institutionen der wirtschaft, architektur und kunst. bei einem guten tropfen wein werden dabei die freundschaften gefestigt.

es ist für hermann ay eine grosse auszeichnung, dass er 1989 als designer in den "lions-club" augsburg aufgenommen wird. man wählt ihn in den vorstand der künstlervereinigung augsburg "die ecke". er pflegt die verbindungen zu ulm und zu seinen ulmer freunden, wo er sich im "club of ulm" engagiert und im "forum für entwerfen" mitarbeitet. viele gesellschaftliche "verpflichtungen" entstehen aus seiner bereitschaft und dem bedürfnis für das gute und das schöne.

am 25. november 1996 wird hermann ay plötzlich mitten aus seinem schaffen gerissen und muss seine familie, seine freunde und seine mitarbeiter für immer verlassen.

josef breuer



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