Prof. Herbert W. Kapitzki
studierte in Danzig, Hamburg und Stuttgart u.a. bei Willi Baumeister.
Seit 1953 Selbständiger Gestalter im Bereich der Visuellen Kommunikation.
1964-1968 Dozent an der Hochschule für Gestaltung Ulm, begegnete dort auch Otl Aicher.
Gründete 1968 sein Institut für Visuelle Kommunikation
und Design.
1970-1990 Professur an der Hochschule der Künste Berlin.
Gastdozenturen Universität El Minia Ägypten und FH für Gestaltung Schwäbisch Gmünd.
Gestaltungsbeauftragter der Stadt Frankfurt am Main
für das Deutsche Historische Museum.
Verantwortlich für das Erscheinungsbild der Schering AG.
Mitglied der Jury Bundespreis Gute Form.
Vizepräsident des BDG.
1994 Gründungsvorstand des Forums für Entwerfen, dessen kritischer Ehrenvorsitzender er bis heute ist.


Prof. Herbert W. Kapitzki, Wildberg / Berlin
Farbe: System und Phänomen


Wir wollen bei dieser Veranstaltung von und über Farbe sprechen.

Farbe ist Licht. Nur wenn wir Licht sehen, können wir Farbe wahrnehmen. Aber sehen ist nicht nur wahrnehmen. So wie sehen nicht gleich schauen ist. Das klingt sehr nach Ideologie oder Theologie, nach philosophischen Paradigmen. Wir werden aber feststellen, daß der Betrachtungsgegenstand Farbe von allem ein bißchen ist und noch vieles mehr. Man kann wohl behaupten, wenn es um Farbe in unserem Leben geht, befassen wir uns mit einem Lebensmittel, das mehr als je in früheren Zeiten produziert und konsumiert wird.
Es kann wohl nicht bezweifelt werden, daß sich in den letzten Jahrzehnten im Bereich der Gestaltung vieles verändert hat. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen, weitgespannte technische Innovationen und Evolutionen haben uns die Globalisierung in vielen Lebensbereichen eingebracht. Die Veranstalter dieses Zusammentreffens glaubten, in dieser dynamischen Phase etwas für unsere Profession tun zu müssen. So ist 1993 das "Forum für Entwerfen" mit dem vielsagenden Zusatz "Initiative für gebrauchsorientierte Gestaltung und gestaltungsrelevante Wissenschaften" gegründet worden.
Die Gestaltung unserer Umwelt, die das Reflexionsfeld des gesellschaftlichen Lebens ist, darf nicht nur von einer opportunistischen Verbrauchermentalität als Maßstab für eine allgemein gültige Stilbildung bestimmt werden.
Es ist an der Zeit, immer wieder zu fragen, was wir eigentlich tun, damit Design nicht zur bloßen Verschönerungstechnik degeneriert. Die aktuelle Situation der schnellen Veränderung und Erneuerung bringt zwangsläufig Verfremdungen und Degressionen mit sich. Das trifft besonders auf die substantiellen Faktoren in der Wahrnehmung von Verständigungsoperationen zu. Farbe ist hier ein herausragender Faktor, Farbe als physiologischer, psychologischer, physikalischer, chemischer Sachverhalt oder Phänomen, dessen große Bedeutung oft genug gar nicht erkannt wird. Durch sie wird uns erst ein anschauliches Bild der Umwelt vermittelt. Farbe ist ein Produktionsmittel, das unsere Informationen oder Nachrichten kenntlich und prägnant macht, sie kann die semantischen Anforderungen festlegen, sie läßt rationale Operationen und emotionale Wirkungen zu.
Das gilt in besonderem Maße für die visuellen Informationen, die heute bei den kommerziellen Angeboten in oft sehr überspannter Weise enthalten sind. Ob es sich um Plakate, Logogramme oder andere Objekte der Informationsgrafik - neuerdings im Internet - handelt. Ich bin der Meinung, daß die Mehrheit dieser Konfigurationen nicht die Gestalteigenschaften und Gestalterscheinungen hat, die für Funktionserfüllung und Sinngebung notwendig wären. Man kümmert sich mehr um den "schönen Schein", um einen besonderen Aufputz, als um die sachgerechte Visualisierung des Sachverhalts. So kommt es, daß auch in den Ausbildungsstätten kaum noch über Farbe an sich, Farbgebung, Farbproportion, Farbgestik gesprochen wird, weil das angeblich die Spontanität behindern könnte, die angeblich heute eine Visualisation vor allem haben soll.
Das umfassende Gebiet Farbe, das in der Gestaltung nicht nur ein syntaktisches Mittel ist, beschäftigt die Menschen seit eh und je. Seit mehr als einem halben Jahrhundert befasse ich mich mehr oder weniger intensiv mit dem Thema und habe immer wieder erfahren, daß es ständig neue Erkenntnisse gibt.
Farbe ist das wohl am intensivsten erforschte und weitest verbreitete Faktum, das im Umgang mit den Dingen des täglichen Lebens, mit der Wahrnehmung der Welt zur Wirkung kommt. Und doch sind viele Details immer noch unbekannt.
Vieles ist über Farbe geschrieben worden. (Eine Literaturliste liegt hier aus.) Daraus kann man erkennen, daß sich immer wieder Persönlichkeiten, ob Wissenschaftler oder Künstler, über die Jahrhunderte mit dem Thema befaßt haben.
Ich möchte meine Darstellung auf das Notwendigste der Grundlagen für die praktische Anwendung beschränken, auch im Hinblick darauf, daß wir von den Referenten im Lauf dieses Forum-Gesprächs den einen oder anderen Aspekt vertiefend erläutert bekommen werden. Ich beziehe mich auf:

1. Woher kommt Farbe
Physikalische und physiologische Aspekte der Farbe
2. Der Farbkreis als Farbortung
Theorie und systematische Modelle der Farbe
3. Harmonie, Kontraste und Mischungen
Farbphänomene und Farbeigenschaften
4. Farbpsychologie und Farbbedeutung
5. Funktion der Farben



1. Woher kommt Farbe?
Physikalische und physiologische Aspekte der Farbe


Es wurde schon gesagt, daß Farbe ohne Licht nicht vorhanden ist.
Der Physiker Isaac Newton hat 1666 zum ersten Mal dargestellt, daß Farbe als Naturerscheinung "Licht" beschrieben werden kann, die unterschiedlichen Wellenlängen definieren jede einzelne Farbe. Das bedeutet, daß man Farbe auch mit Zahlen beschreiben kann. Licht ist eine sichtbare Form der elektromagnetischen Schwingung, die sich mit hoher Geschwindigkeit (300 000 km pro Sekunde) ausbreitet. Newton zerlegte auch zuerst das Licht mit Hilfe eines Glasprismas in seine farbigen Bestandteile.
Zweihundert Jahre später berechnete der Physiker Heinrich Hertz das Spektrum als fortlaufende Reihe von Licht in den verschiedenen Wellenlängen.
Zwischen 1770 und 1810 entwickelte Johann Wolfgang von Goethe seine Farbenlehre auf der Grundlage des Farbenprismas, sein Ziel war aber weniger wissenschaftliche Erkenntnis, die Newton im Auge hatte, sondern vielmehr die Schaffung eines Systems der Empfindungen und Gefühle. Seine Farbenlehre ist trotzdem bis heute ein umfassendes Standardwerk, nach dem man sich immer noch richtet.
Newton interessierte sich für die Physik, Goethe mehr für die Psychologie. Newton suchte die Reduktion, die Berechenbarkeit, Goethe wollte das Ungewöhnliche, das Neue, das Göttliche. Er übte scharfe Kritik an der Rationalität Newtons.
Die Anthroposophen haben aus der Goetheschen Farbenlehre vieles über diese Innerlichkeit als eine höhere seelische Fähigkeit übernommen.

Im physikalischen Verständnis ist Farbe nur der Teil des Lichts, der vom gesehenen Gegenstand zurückstrahlt. Bei Körperfarben, einem roten Gegenstand zum Beispiel, wird das Licht, das auf ihn fällt, absorbiert, reflektiert, transmittiert. Wie stark, das hängt vom Material des Gegenstandes ab, von seiner Oberflächenstruktur. Die anderen Farben, die er zurückbehält, sind für uns unsichtbar. Auf diese Weise wird das Rot ins Auge des Betrachters getragen, um dort einen Farbeindruck hervorzurufen.
Wie entstehen nun Farbeindrücke und warum können wir uns auch täuschen lassen?
Die Farbeindrücke werden von der Netzhaut, der lichtempfindlichen Schicht im Auge, registriert. Sie enthält zwei Arten von lichtempfindlichen Zellen, Rezeptoren genannt. Das sind die sehr empfindlichen Stäbchen, mit denen nur schwarz-weiß gesehen wird, und die weniger empfindlichen Zäpfchen, die für das Farbensehen zuständig sind. Die Farbempfindung beruht grundsätzlich auf drei Farbrezeptoren auf der menschlichen Netzhaut, die die Farben rot, grün und blau verarbeiten. Die Korrekturfunktion des Gehirns sorgt dafür, daß je nach Wellenlänge weitere Farben subtrahiert oder addiert werden. Auf diesem Vorgang, der in der Rezeptorentheorie dargelegt wird, beruht das Prinzip des Fernsehens.
Der physiologische Sehvorgang ist wesentlich umfassender, als hier ausgeführt werden kann, ich werde daher nur auf das Wesentliche eingehen, das zur Farberkennung relevant ist. Einige wichtige Aspekte der physiologischen Wahrnehmungstheorie sind noch anzufügen, obwohl infolge der Komplexität der Wahrnehmungsvorgänge hier die Forschung noch vergleichsweise wenig vorangekommen ist.
Erwähnenswert ist für uns vor allem die Farbenfehlsichtigkeit. Bei der Anwendung von Farbe in den verschiedenen Bereichen der Gestaltung ist es wichtig zu wissen, daß 5-8 % der Menschen farbenfehlsichtig oder farbenblind sind. Untersuchungen haben ergeben, daß das hauptsächlich auf männliche Personen zutrifft. Weibliche Personen leiden nur zu etwa 0,5 % unter Farbenfehlsichtigkeit. Es gibt also Menschen, die keine bunten Farben sehen. "Monochromanten" sind blind für Qualitätsunterschiede zwischen den verschiedenen Wellenlängen. Sie sehen die Welt unbunt, etwa wie ein Normalsichtiger schwarz-weiße Fotos sieht. Andere wiederum, die sogenannten "Dichromanten", sehen einzelne Farben nicht. "Trichromanten" haben eine herabgesetzte Farbunterscheidungsempfindlichkeit in gewissen Farbgebieten.


2. Der Farbkreis als Farbordnung
Theorie und systematische Modelle der Farbe


Eine typisch menschliche Eigenschaft ist die Neugierde und das damit verbundene Bestreben, bisher unbekannte Phänomene zu analysieren und zu erklären. Die Erscheinung von Farbe ist eines dieser Phänomene. Seit Jahrhunderten haben Personen der unterschiedlichsten Fachgebiete Ansätze zur Fassung des Phänomens Farbe formuliert. Bis heute gelten im wesentlichen zwei unterschiedliche Ansatzpunkte, die in einigen Theorien miteinander verschmelzen. Zum einen liefert die Naturwissenschaft rein technisch-wissenschaftliche Erklärungen für Farbe als physikalisch-physiologisches Phänomen. Auf der anderen Seite findet man die Geisteswissenschaftler, die Farbe als eine im wesentlichen psychologisch-emotionale Erscheinung bezeichnen.
Wir haben heute zahlreiche Farb-Kennzeichnungssysteme, die in den verschiedensten Medien Anwendung finden. Die im Folgenden aufgeführten Farbordnungen stellen in erster Linie Denkmodelle zum Verständnis von Farbe überhaupt dar, es sind visualisierte Modelle zur Systematisierung von Farben. Sie stammen von Wissenschaftlern und Künstlern, die ich auszugsweise in ihrer zeitlichen Reihenfolge erwähnen möchte.

Für die Griechen (600 v.Chr. bis 600 n.Chr.) war Farbe eine Urmacht. Daraus bildete sich eine emotionale Haltung zu den Farben, die in der Farbsymbolik ihren Ausdruck fand.
Aristoteles versuchte, Eigenschaften des durch eine bunte Glasscheibe fallenden Lichts zu untersuchen. Neben dem Verhalten der Farben, den Mischergebnissen usw. wurde auch nach der Entstehung von Farben gefragt. Aus der Auffassung, daß die Farben aus dem Kampf zwischen Licht und Finsternis entstehen, entwickelte sich eine erste lineare Farbenordnung, in der die Farben nach ihrer Helligkeit angeordnet wurden. Die Mischfarbe zwischen Schwarz und Weiß ist Rot, sagten die Griechen, denn:
"Zwischen dem Weiß des Tages und dem Schwarz der Nacht liegt das Rot der aufgehenden und untergehenden Sonne."

Der Maler, Ingenieur und Philosoph Leonardo da Vinci (1452-1519) hatte schon recht exakte Vorstellungen von Farbstufen wie auch Farbgegensätzen. Seine Grundidee war, daß die Farbe polarisch als Ganzheit erfaßt werden kann: Schwarz-Weiß, Blau-Gelb, Grün-Rot. Ein solches Denken war dann für die physiologischen Farbenlehren bestimmend.
Da Vinci versuchte als erster, die Farben genauer zu definieren und zwar mit Hilfe von negativen Zusatzbezeichnungen. Dabei erkannte er, daß mit sechs Begriffen eine Farbe eindeutig beschrieben werden kann. Zum Beispiel "Rot enthält kein Schwarz, kein Blau, kein Grün, kein Gelb und kein Weiß."

Sir Isaac Newton (1643-1727) ließ weißes Tageslicht durch ein Glasprisma fallen und entdeckte, daß sich das Licht aus sieben verschiedenen Farben zusammensetzt (Tageslichtspektrum). Er gab ihnen die Namen Violett, Indigo, Blau, Grün, Gelb, Orange, Rot. Heute sagen wir Violettblau, Ultramarin, Cyanblau, Grün, Gelb, Orange, Rot. Diese Farbtöne ordnete Newton in einem Kreis an, so daß Violettblau und Rot zusammenstoßen. In der Mitte ordnete er das Weiß an, um zu symbolisieren, daß die Summe aller Spektralfarben Weiß ergibt. Zur Peripherie hin nahm er Mischungen von Weiß mit bunten Farben an. Mischungen mit Schwarz sind nicht enthalten.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) ist einer der bekanntesten Autoren einer Farbtheorie. Im einzelnen definiert er Farben als "Taten und Leiden des Lichts".
Vom Standpunkt streng wissenschaftlicher Farbenlehren aus ist einzigartig, daß Goethe nur zwei Grundfarben kennt, nämlich: Gelb, das er dem Sonnenhaften zuordnet, und Blau, das er der Nacht zugesellt. Durch Vermittlung der "Trübe", des belebenden und wandelnden Elements, zum Beispiel der Atmosphäre, des Prismenglases, können sich die beiden Farben steigern, wobei sie die gemeinsame Eigenschaft des Roten annehmen. Sie können sich auch mischen und ihr polarisches Wesen durch den Akt der Entspannung im Grün vereinen. Diese Dramatik der Farben stellt natürlich kein wissenschaftliches System dar, sondern ist für Goethe tiefverstandene Gesetzlichkeit. Er suchte keine physikalische Erklärung des Phänomens, sondern versuchte, das Erlebnis der Farben im Menschen zu deuten. Er verließ sich ganz auf den "Sinn des Auges", ging von gewissen Hauptphänomenen aus, erkannte und beschrieb die spezifischen Buntheitseigenschaften der Farben und ihre Wirkungen auf Auge und Gemüt des Menschen. Er fand auch die für die Farbenlehre bedeutenden Kontraste und Angleichungsmöglichkeiten und schließlich den Ansatz einer Farbkombinatorik.
Als Modell für die Anordnung der Farben verwendet er einen Kreis, der aus den sechs Farben der Kantenspektren konstruiert ist. In Goethes Farbkreis stehen Gelb und Orangerot immer links - auf der Plus-Seite -, die passiven Blau und Blauviolett immer rechts. An der Basis steht dann Grün, ihm gegenüber, oben, Purpur, das "reine Rot", das Goethe als die reine Farbigkeit an sich bezeichnet, womit er eindeutig unseren Begriff der Buntheit meint.

Adolf Hölzel (1853-1934) hat mehr als hundert Jahre später, aufbauend auf der Goetheschen Farbenlehre, eine eigene Farbanordnung entwickelt, indem er aus den drei Primärfarben Purpur, Gelb und Ultramarinblau sowie den Sekundärfarben Orange, Grün und Blauviolett einen sechsteiligen Kreis konstruiert, dann einen achtteiligen, den sogenannten "diatonischen Kreis", in dem Purpur-Grün und Ultramarinblau-Orange ein Kreuz bilden. Die erweiterte Annäherung führt zum zwölfteiligen, "chromatischen Farbkreis", in dem Ultramarinblau und Orange an die Stelle von Cyanblau und dem gegenfarbigen Hochrot verschoben werden. Die in die Kreiskonstruktion eingezeichneten Linien stellen das Ordnungsschema der Hölzelschen Farbharmonie dar.

Wilhelm Ostwald (1853-1932) gehörte derselben Generation wie Adolf Hölzel an. Als Chemiker hatte er aber mehr Interesse an einer Farbordnung, die durch Meßwerte für Farbtöne, Schwarz- und Weißanteile, Farbbezeichnungen bestimmt war. Ähnlich, wie die Harmonielehre eine Basis für Musik bildet, wollte Ostwald ein System für alle Farbkombinationen schaffen. Er entwickelte ein genaues Bezeichnungssystem, das auch Farbnuancen beschreiben konnte. Eine Nuance wurde durch eine Zahl und zwei Buchstaben definiert. Die Zahl für den Farbton gewann er aus dem Farbkreis, in dem 24 Farbtöne untergliedert waren, die er von 1 bis 24 numerierte. Die Buchstaben bezeichneten Helligkeit und Sättigung.
Erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts, mit Beginn der fabrikativen, industriellen Herstellung von Farben, entstand überhaupt die Notwendigkeit, Farbtöne genau zu kennzeichnen. Die Farbanordnungen wurden in Atlanten zusammengefaßt, das waren Mustersammlungen der genau benannten Farbtöne. Sie beruhten auf den Gesetzen der Farbmischung entweder durch Addition oder Subtraktion. Ostwald hatte großen Anteil an der Entstehung dieser Farbsysteme. 1920 erschien sein Farbnormenatlas, der bis heute zur Entwicklung von anderen Farbsystemen benutzt wird, etwa dem "Color Harmony Manual" oder dem Farbatlas der Container Corporation in USA.

Auf den Entwicklungen der Hölzelschen Theorie, aber auch auf Goethe und Philipp Otto Runge bauten die Bauhausmeister Paul Klee und Johannes Itten auf. Sie hatten mit einer Praxis zu tun, die im industriellen Zeitalter besondere Anforderungen stellte. Für beide war jedoch der künstlerische, ästhetische Anspruch größer als der wissenschaftliche oder gar der herstellungstechnische. Am Bauhaus haben sie die visuellen Grundlagen gelegt, deren Postulate und theoretischen Sachverhalte heute noch in den Grundstudiengängen der Kunst- oder Gestaltungshochschulen zugrunde gelegt werden. Sie waren auch Grundlage für die HfG-Grundkurse.

Paul Klee (1879-1940) stellt Rechenexempel und Übungen an, die immer die Beweglichkeit und das Leben der Farbe berücksichtigen. Geometrische Ordnung und arithmetische Kontrolle dienen zum Bewußtmachen gesetzmäßiger Beziehungen. Es geht ihm immer um die Tätigkeit der Farbe, so fallen in seinen erklärenden Figuren (Dreiecke und Kreise) die Pfeile auf, die Bewegungen in peripherer und diametraler Richtung und diametrale Drehungen anzeigen. Die Bewegungsmöglichkeiten gelten für alle primären und sekundären Farben, so ist der Elementarstern oder Totalitätsstern der farbigen Ebene der "Schauplatz farbiger Beziehungen".

Auch für Johannes Itten (1888-1967) sind die Farbwirkungen entscheidend, nicht die Farbwirklichkeiten, die von Physikern und Chemikern erforscht werden sollen. In seinem 1961 veröffentlichten Buch "Die Kunst der Farbe" benutzt er als Darstellungsmodell den zwölfteiligen Farbkreis, der sich im Ursprung aus drei "Farben erster Ordnung" zusammensetzt: Gelb, Rot und Blau. Diese Farben ordnet er als gleichseitiges Dreieck im Mittelpunkt des Kreises an, dabei ist Blau die linke Spitze, Rot die rechte Spitze, Gelb bildet die obere Spitze. An den drei Seiten dieses Dreiecks schließen sich die Mischfarben oder "Farben zweiter Ordnung" aus den benachbarten Farben der ersten Ordnung wiederum in Dreiecksform an. Die entstandene sechseckige Grundform wird in einen Kreis mit zwölf Segmenten gesetzt. Die Farbe des anstoßenden Dreiecks wird in das entsprechende Kreissegment eingetragen, die freibleibenden Segmente werden mit den Mischfarben aus den angrenzenden Farben gefüllt, das sind die "Farben dritter Ordnung".
Aus diesen Modell der Farbordnung entwickelte Itten seine Farbakkordik und ordnet in einem anderen Kapitel seiner "Kunst der Farbe" die Farben einzelnen Formen zu: Quadrat = Rot, Dreieck = Gelb, Kreis = Blau usw..

Wassily Kandinsky (1866-1944) hat seine gestaltungstheoretischen Grundlagen in seinem Buch "Punkt und Linie zu Fläche" 1926 dargelegt. Dort hat er auch über die Beziehungen und die Zusammenhänge von Fläche und Farbe geschrieben und diese geometrischen Grundformen in schematischen Demonstrationen dargestellt. Wer heute über die Moderne redet, wird diese Formen schon als Logo anerkennen.

So weit eine komprimierte Darstellung der Modelle von Farbtheorien. Aus ihnen ergeben sich weitere Modelle der Farbanordnungen, die im letzten Jahrhundert entwickelt wurden, weil die Normierung von Farbe zum wichtigen Ziel wurde. Hier müßten die Systeme von Frieling, Hasselgren, Hickethier, Küppers und anderen genannt werden, ebenso die institutionellen Farbsysteme und hier vor allem das DIN-Farbsystem, aus dem sich die RAL-Farben entwickelt haben. Sie sind Ihnen bekannt, eine detaillierte Beschreibung würde unseren Rahmen sprengen. Wir werden ja auch noch mehr vom NCS-System erfahren, das von der schwedischen Standardisierungskommission entwickelt wurde.


3. Harmonie, Mischungen und Kontraste
Farbphänomene und Eigenschaften


Über die Harmonie der Farben wäre genauso Umfangreiches zu sagen wie über Harmonie in der Musik. Das Thema ist unendlich. Harmonie meint Ausgewogenheit im Sinne von Ästhetik, Einklang, Übereinstimmung, das ruhige, maßvolle und gesetzmäßige Verhältnis von Teilen zueinander.
Grundsätzlich gelten zwei unterschiedliche Auffassungen von der Gesetzmäßigkeit der Farbharmonie. Einerseits werden benachbarte, verwandte Farben und Farbtöne, Sättigung und Helligkeit im Zusammenklang als harmonisch bezeichnet. Andererseits beruht die Harmoniedefinition in der Farbenlehre auf der Unterschiedlichkeit in den Farbklängen, z.B. im Ausgleich von Kontrasten.
Der Harmoniezustand eines visuell wahrnehmbaren Objekts oder Sachverhalts ist eine der bedeutendsten Eigenschaften der gestalterischen Arbeit.
Goethe spricht von der Totalität der Farben, in der der physische Gegensatz und die Eigenstellung des Farbtons nebeneinander existieren.
Hölzel vertritt die These der "harmonischen Dreierkombinationen" aufbauend auf der Goetheschen Theorie. Aber er spricht auch von einem harmonischen Vierklang. Dabei handelt es sich dann immer um Primärfarben, auch Komplementärfarben und Sekundärfarben.
Als umsichtiger Theoretiker muß hier Johannes Itten genannt werden, der Hölzel-Schüler. Er hat eine Farbakkordik eingeführt, wonach die Zusammenstellung von Farben unter gesetzmäßigen Beziehungen die Grundlage für farbige Kompositionen bildet. Er postuliert, daß alle komplementären Farbpaare, alle Dreiklänge, deren Farben im zwölfteiligen Farbkreis, im gleichseitigen oder gleichschenkligen Dreieck in Beziehung zueinander stehen, harmonisch sind. Alle anderen Farben, die in der Mischung kein Grau ergeben, seien "expressiver" oder "disharmonischer" Art. Bei allen vorkommenden Farben, die Farbharmonien ermöglichen, wie auch in allen anderen Farbgestaltungen ist die Farbmischung ein Multiplikationsfaktor.
Die Komplexität der Farbe und vieler ihrer Phänomene hat in hervorragender Weise Josef Albers (1888-1976) entwickelt. In seinem Kompendium "Interaction of Color" (1963 in den USA, erst 1973 auf deutsch erschienen) hat er Farbharmonien in elementarster Weise dargestellt. Leider ist diese Publikation nicht so bekannt geworden, wie man ihr gewünscht hätte.
Die Mischung der Farben läßt uns unsere Farbwelt erst wahrnehmen. Farbiges Licht und seine Mischung, andererseits die Mischung von Farbsubstanzen bildet ja unser Farbenrepertoire.
Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten, die additive und die subtraktive Farbmischung. Bei der subtraktiven Mischung handelt es sich in erster Linie um die materielle Mischung verschiedener Substanzen zu einer neuen Farbe.
Die additive Mischung ist eine Überlagerung aus farbigem Licht, das aus mehreren Lichtquellen kommt. Die Strahlungsenergie der Lichtquellen wird addiert, die Mischfarbe ist immer heller als die Farben, die gemischt wurden.

Die Farbentheorien haben uns deutlich gemacht, daß die Anordnungen und Mischungen der Farben je nach Erscheinen kontrastieren. Einige der häufigsten Kontraste möchte ich nennen:

Bunt-zu-Bunt-Kontrast oder Farbe-an-sich-Kontrast
Wenn Farbe gegen Farbe steht, wird das als Bunt-Kontrast oder Farbe-an-sich-Kontrast bezeichnet. Der einfachste Kontrast, aber auch der immer wieder angewandte stellt hochgesättigte Farben nebeneinander, die den Eindruck von Buntheit vermitteln.

Unbunt-Kontrast
Dieser Kontrast wird oft in der künstlichen Zeichenwelt angetroffen. Signale oder Warnzeichen werden auf außerordentliche Weise von Unbunt zu Bunt aktiviert.

Quantitätskontrast
Die Stärke der Farbwirkung hängt hier nicht von der Art oder dem Grad der Buntheit ab, sondern von der Ausdehnung der Farben. Die Farbfelder wechseln im Farbton in der jeweils gleichen Maßlichkeit. Die Mengenverhältnisse sind gleich, der Farbton wird ausgewechselt. Damit ändert sich jeweils der Farbeindruck des Ganzen.

Hell-Dunkel-Kontrast
Farbig neutral ist im allgemeinen das natürliche Tageslicht, aber es hat unterschiedliche Intensitäten, die wir als verschiedene Helligkeit wahrnehmen. Bei Körperfarben sind das die Dunkelstreifen. Sie reichen von Weiß über alle Graustufen bis Schwarz.

Gegenfarben-Kontrast
Betrifft die Intensität der Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen. Vor allem Komplementärfarben sind also Gegenfarben. Bestimmte Mischfarben sind je nach Intensität ebenfalls Gegenfarben mit unterschiedlichem Buntheitscharakter.

Kalt-Warm-Kontrast
Gewisse Farben vermitteln Eindrücke, die mit Empfindungen von Warm und Kalt verbunden sind. Nicht von ungefähr reden wir von "Eisblau" und "Feuerrot". Farben, die im blauen Bereich liegen, können den Betrachter zum Frieren bringen, während er sich im gleich temperierten Raum, der mit roten Farben ausgestattet ist, wohlig warm fühlt.

Fern-Nah-Kontrast
Körperfarben können, auf einer Fläche nebeneinander liegend, räumliche Vorstellungen vermitteln. Farben im Bereich Gelb bis Rot scheinen nah, Farben im Bereich Violett, Blau bis Grün scheinen entfernter zu liegen, je nach Sättigungsgrad. Helle Farben neben dunkleren treten vor, dunkle Farben auf Weiß zurück.

Intensitätskontrast
Hochgesättigte Farben haben neben dem unterscheidbaren Buntcharakter eine unterschiedliche Intensität. Gelb besitzt die stärkste, Blauviolett die schwächste Farbintensität.

Simultankontrast
Unmittelbar nebeneinander liegende Farben verändern sich meist unbemerkt im Augenschein. Den wechselseitigen Einfluß von gleichzeitiger Farbempfindung bezeichnet man als Simultankontrast. Das Auge erzeugt zu jeder Farbe die Gegenfarbe. Ist diese real nicht vorhanden, projiziert das Auge ihren Schein nach außen ins Sichtfeld.

Flimmerkontrast
Das Auge wird in Unruhe versetzt, wenn es Farben in gleichen oder verwandten Dunkelstufen wahrnimmt. Besonders Komplementärfarben scheinen zu vibrieren und zu schweben. Bei hoher Intensität der Farben nimmt die Beunruhigung des Auges zu, die Vibration stört die Wahrnehmungsfolge.

Es gibt weitere Kontrastphänomene, zum Beispiel den Suggestivkontrast, die ich hier nicht vorführen kann, denn sie sind nur mit Hilfsmitteln darstellbar, für die ein Farblabor nötig wäre.



4. Farbpsychologie und Farbbedeutung

Gerade der Gestalter, der sich täglich mit Farbe auseinandersetzen muß, darf diese Aspekte des Bereichs Farbe nicht außer acht lassen. Sie sprengen aber - wenn man sich intensiv damit befassen will - den Zeitrahmen, den wir uns hier vorgenommen haben. Sicher werden wir gerade über den semantischen Aspekt und über die psychologischen Auswirkungen noch mehr und Profunderes hören, dennoch möchte ich ein paar Anmerkungen machen.
Farbe ist für uns eine visuelle Erscheinung, sie wird allerdings nicht von allen Menschen in gleicher Weise empfunden und nicht alle Menschen reagieren in gleicher Weise auf Farbe. Farbe läßt sich - in den meisten Fällen - nicht von einer bestimmten Form trennen, in der sie auftritt. Formen haben aber eigene Anmutungen, die sich durchaus auf das Farbempfinden auswirken können.
Ein zentraler Punkt innerhalb der farbpsychologischen Untersuchungen ist das Phänomen der Farbbevorzugung. Sie stellt ja oft die Zugangsbarriere bei der Bearbeitung von Aufträgen dar. Die "Lieblingsfarbe" ist für viele Menschen ein Faktor, von dem sie abhängig sind.
Die bevorzugten Farben oder Farbenkombinationen sind auch geschlechtsspezifisch unterschieden. Männer reagieren auf Farbe anders als Frauen.
Sogar im Ablauf der Lebensabschnitte ändern sich die Vorlieben. Denken Sie hier an die Modefarben. Wobei die Mode einen ganz besonderen Stand in der Farbbevorzugung hat.
Auch gesellschaftliche Gruppen bevorzugen seit je unterschiedliche Farben. Die Arbeiterklassen benutzten in der Geschichte immer leuchtende Farben, zum Beispiel das Rot, während die Intellektuellen eher mit weichen und zarten Tönen, Pastelltönen oder Grau leben.
In der Frage nach der Lieblingsfarbe stellt die Jahreszeit eine einflußreiche Variable dar. Im Winter werden dunklere, im Sommer eher helle Farben bevorzugt. Auch regionale Standorte haben spezifische Einflüsse. Sind im Süden mehr warme Farben - rotgelb, braun - anzutreffen, so liebt man im Norden eher die kühlen Farben wie blau, grau und grün.
Solche Phänomene kennen die Packungsgestalter unter uns im besonderen. Obwohl man auch feststellen kann, daß sich im Lauf der Zeit Stereotypen festgesetzt haben, von denen Generationen von Marktforschern leben. Es wird ja immer wieder versucht, von der Lieblingsfarbe Rückschlüsse auf die Persönlichkeit eines Verbrauchers zu ziehen.
Verschiedene Wissenschaftler haben im Lauf der Zeit Farbtestverfahren entwickelt, mit deren Hilfe ermittelt werden kann, welcher Charaktertyp welche Farben bevorzugt. Zu nennen wären hier der Lüscher-Test, der Frieling-Test. Zusammenfassend kann man folgende Zuordnung aufstellen:

blauviolett, blau, schwarz - Melancholiker
grün, grünbraun, weiß - Phlegmatiker
gelb, rot - Sanguiniker
rot, gelb - Choleriker

Immer wieder hat man versucht, die Charaktereigenschaften von Farben in eine Skala von Eigenschaften einzuordnen. Farben können assoziative, symbolische, psychologische, emotionale und kulturelle Bedeutungen haben. Die am häufigsten genannten Assoziationen sind hier ungeordnet zusammengestellt. Ich will keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Auch sind gewisse Fälle offensichtlich widersprüchlich, weil die Auswahl subjektiv ist.


5. Farbe von Wegeführung bis Heilmittel
Funktion der Farben


Ein wesentlicher Aspekt bei der Anwendung von Farbe ist die Frage ihrer Funktion.
Warum werden Dinge farbig gestaltet?
Welchen Zweck soll der Einsatz von Farbe überhaupt erfüllen?
Es klingt phrasenhaft, wenn man die grundsätzliche Frage stellt, aus welchem Grund Farbe in einem bestimmten Fall überhaupt angewendet wurde. Und es kommt immer wieder vor, daß Farbe als bloß zusätzlicher Aufwand verstanden wird. Dabei wird ignoriert, welche Auswirkungen Farbe haben kann.
Viele Dinge haben einen von der Natur gegebenen Farbton, der z.B. bei Tieren dem Schutzbedürfnis entspricht. Tarnfarben haben wir aber nicht nur in der Natur, künstlich produzierte Tarnfarben sollen beim Militär ebenfalls Schutzfunktionen erfüllen. Man könnte zahlreiche weitere Beispiele anführen.
Im Bereich der Information ist Farbe ein profundes Mittel zur Übertragung von Botschaften. Heute nimmt sie in der Informationstechnik einen beherrschenden Platz ein. Sie hat herausragenden Stellenwert als Bedeutungsfaktor in einem Orientierungssystem. Hier sind Farben ein funktionstragendes Hilfsmittel. Für den Gestalter ergeben sich allerdings mannigfaltige Einschränkungen in der Anwendung von Farbe zum Beispiel durch Normung, gesetzliche, ergonomische und andere Erfordernisse.
Bei der Festlegung von Zeichenfeldern in einem Orientierungssystem, in dem Farbe mit eingesetzt werden soll, muß der Ausgangspunkt bei der Auswahl sein, daß nur bestimmte Farben und eine begrenzte Anzahl verwendet werden können, um den Signalwert zu erreichen. Der Farbton sollte immer gesättigt sein und die Anmutung muß je nach Anwendungsfeld geprüft werden.
Für den Gestalter, der sich mit Unternehmensgestaltung beschäftigt, ist es notwendig, zunächst einen Farbenkanon festzulegen, der die Basis für alle Gestaltungsoperationen bildet. Ausgehend von einer bestimmten Anzahl gesättigter Farbtöne sollte er praktischerweise einen wie immer gearteten Farbkreis entwickeln, dessen Farbtöne ihm eine Farbmatrix liefern. In dem Farbkreis sollte zentral der primäre oder sekundäre gesättigte Farbton stehen, daneben die prozentuale Aufhellung oder Vertrübung so angeordnet, daß die ausgewählten Farben immer eine harmonische Auswahl oder Anordnung liefern.

Wie solche Farbanordnungen dann bei unterschiedlichen Gestaltungsoperationen angewandt werden, zeige ich Ihnen am Beispiel der Raumgestaltung bei der Schering AG in Berlin.
Über Farbe in der Selbstdarstellung von Unternehmen hören wir heute ja noch mehr.
Zusammenfassend kann man sagen, daß Farbe mehr Funktionsfelder hat, so auch den Assoziationsfaktor, der besonders in der Werbung eine Rolle spielt, aber auch als Mittel der Selbstdarstellung im Bereich der Unternehmensgestaltung. Ich denke hier an Haus- oder Produktfarben.
Farbe gilt auch als Heilmittel, es gibt eine Anzahl von Therapieformen, in denen Farbe z.B. als Licht oder Umgebungsfarbe bewußt eingesetzt wird. Es wäre ein abendfüllendes Programm, wollte man näher darauf eingehen.
Schlußendlich sollte Farbe als ästhetisches Mittel nicht vergessen werden. Generationen von Kunstmalern leben davon. Gerade dieser Bereich wird in der Gestaltung sehr subjektiv behandelt. Wir sind von einer Fülle von Farben umgeben, die allein aus dem Grunde "sieht schöner aus!" angewandt werden. Es bleibt letztlich dem Gestalter überlassen, ob er Farbe zum Zweck der Verschönerung einsetzt oder weil es der künstlerische Anspruch fordert. Es gehört zu seinem Selbstverständnis, welcher Farbkultur er sich bedient und dazu sind umfangreiche Kenntnisse der Gestaltungsqualität notwendig.

Farbe ist Licht,
Licht ist Sonne, sagten die alten Griechen.
Ich sage: Farbe ist Leben.

Zum Schluß möchte ich Ihnen doch noch einige Farbkonstellationen zeigen, die ich als visuelle Forschung verstehe, nicht so sehr als Kunstoperation. Farbe ist hier in Anordnung und Eindruck durch Formvarianten zur Anschaulichkeit gebracht.



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