Jürgen Schmidt-Foß
Nach einer Raumausstatterlehre Studium der Innenarchitektur.
Währenddessen erste Entwicklung eines eigenen Farbsystems.
Beruftstätig als Innen- und Ausstellungsarchitekt u.a. fünf Jahre als Museumsarchitekt.
Seit 1995 NCS Colour Centre, Berlin.

http://www.ncscolour.com


Dipl.-Des. Jürgen Schmidt-Foß, Berlin
Das NCS-Farbsystem -
Die internationale Farbsprache



Wozu NCS? Was ist NCS? Was kann NCS? (Zusammenfassung)

Wir benötigen ein Orientierungssystem um Farben definieren und beschreiben zu können. Eine Beschreibung mit Worten reicht nicht aus, da sich z.B. jeder Beteiligte unter "Azurblau" etwas anderes vorstellt.
Mit Hilfe des NCS werden Farben so beschrieben, wie sich von allen Menschen visuell wahrgenommen werden. Gleichzeitig stellt NCS eine Norm (Regelwerk) dar.
NCS beschreibt Oberflächenfarbigkeiten unabhängig von Materialien (Teppich, Fliesen, Ziegelstein, Blütenblatt). Unter Zuhilfenahme des NCS ist es möglich, eine vorhandene Farbe zu definieren.
Erfahrungsgemäß hat der Mensch absolut kein Erinnerungsvermögen an einen konkreten Farbton. Da die Farben bei NCS in den einzelnen Quadranten des Farbkreises optisch gleichabständig sind, besteht die Möglichkeit, an einen vorhandenen Farbton möglichst "dicht" heranzukommen, auch wenn man ihn nicht zu 100 % wiedergeben kann.
Erleichtert wird eine Zuordnung zwischen einem zu definierenden Farbton und einem Original nach NCS insofern besonders gut, da bei NCS in der Farbbezeichnung die jeweils wichtigen Erscheinungen benannt sind (Schwarzanteil, Buntanteil; Weißanteil muß errechnet werden) und die Zugehörigkeit zu einer Farbfamilie (gelber, röter, blauer, grüner) angegeben werden. Außer den Extremfarben gibt es immer die Varianten "dunkler", "heller" oder "bunter" als der Ausgangspunkt. Durch die optische Gleichabständigkeit der NCS Farbtöne besitzt der Nutzer einen "Notenschlüssel" für Farbe und kann mit den Farbtönen eine Farbmelodie komponieren, denn Farbgestaltung will, soll und muß inszeniert werden, um eine ästhetische Wirkung zu erzielen.
Ohne ein entsprechendes Hilfsmittel wie z.B. eine Farbmustersammlung nach NCS sind Menschen nicht in der Lage, Farben auch nur annähernd genau zu beschreiben (z.B. durch Worte). Es sei denn, es werden Farbmuster selber gefertigt und weitergereicht: Farben müssen gesehen werden!
Selbstgefertigte Muster sind aber in der Regel nicht (sofort) verfügbar, da ein x-beliebiges Muster erst rezeptiert werden muß. Solch eine Rezeptierung ist aber nicht nur teuer, sondern bedarf auch längerer Wartezeit.
In der Regel sind Farbtöne nach NCS in den unterschiedlichen Streichmittelqualitäten (Lack, Dispersion usw.) verfügbar und rezeptiert.
NCS bezieht sich aber nicht auf Streichmittel allein, sondern beschreibt grundsätzlich das "optische Erscheinungsbild" von Oberflächenfarben. Aus diesem Grund ist NCS anwendbar auf alles, was eine Farbe besitzt. Und was hat keine Farbe?
Für die Bedürfnisse der Anwender stellt NCS unterschiedliche Hilfsmittel zur Verfügung: NCS index (Farbfächer), NCS atlas, NCS block, NCS album und NCS box sind Farbmustersammlungen, die alle 1750 NCS-Standardfarben enthalten. Selbstverständlich sind diese Muster auch einzeln in den Formaten A4, A6 und A9 (Abreißblöcke mit fünf Farbmustern) erhältlich. Zusätzlich gibt es Auswahlsammlungen, die nach "Themen" sortiert sind: pastel, exterior, tradition und selection.
NCS kann auch digital angewandt werden: CD-Palette für die Programme Photoshop, CorelDraw, Pagemaker, Freehand und Illustrator sowie für das Programm ArchiCAD.



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