Satzung des Forums für Entwerfen

Initiative für gebrauchsorienterte Gestaltung
und gestaltungsrelevante Wissenschaften


Präambel


In unserer modernen Industriegesellschaft steigt der Informationsbedarf unaufhörlichan. Information ist zum Lebensmittel geworden. Das Medienangebot weitet sich aus und die Medientechnologien werden zwangsläufig immer komplexer. Unsicherheit breitet sich aus, weil die explosionsartige Entwicklung die Ausarbeitung von Orientierungshilfen verhindert. Das führt zu Verständniskrisen bei den Produzenten ebenso wie bei den Verbrauchern von Information. Für den Gestalter ergibt sich daraus eine besondere Verantwortung bei der Aufgabe, Aufklärung zu gestalten. Angesichts der enormen Vervielfältigungsmöglichkeiten hat er verstärkt darauf zu achten, dass die durch den ständig wachsenden Informationsverbrauch immer deutlicher werdende Minderung der Gestalt- und Sachqualität nicht noch weiter voranschreitet. Die Gestaltung unserer Umwelt, die das Reflexionsfeld des gesellschaftlichen Lebens ist, darf nicht nur von einer opportunistischen Verbrauchermentalität als Maßstab für eine allgemeingültige Stilbildung bestimmt werden.

Die visuelle Information in den verschiedenen Kommunikationsvorhaben, besonders in allen Bereichen der Öffentlichkeits- und Aufklärungsgestaltung, verlangt nach Modernisierung und Humanisierung der Gestaltung, die nicht ausschließlich von den Darstellungsmitteln bestimmt wird, sondern vom semantischen Potential. Die Gestaltung darf sich nicht auf einen formalen Wandel beschränken, sie muss den Sachverhalt des Gebrauchs voranstellen, die Funktionserfüllung und eine sich daraus entwickelnde Veränderung der Umwelt. Sie hat die Glaubwürdigkeit, die soziale Verträglichkeit und den Gebrauchswert in den Vordergrund zu stellen. Information um jeden Preis verliert ihren Wert.

Es ist dringend notwendig, sich mit den heute dominierenden Gegebenheiten auseinanderzusetzen, was auch bedeutet, sich mit Zukunftsfragen zu befassen. Das gilt nicht nur für das Gebiet der Gestaltung und der damit verknüpften Wissenschaften, sondern für alle Anwendungsbereiche im gesellschaftlichen Kontext.

Das Forum für Entwerfen will die Beschäftigung mit interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsprojekten dieser Zielsetzung initiieren. Es will den Meinungs- und Stilwirrwarr vermindern helfen und durch beispielgebende Entwicklungen der gebrauchsorientierten Gestaltung und den gestaltungsrelevanten Wissenschaften mehr Potenz und Akzeptanz verschaffen. Zu diesem Zweck sollen Problemstellungen behandelt werden, die sich auf die analoge Gestaltung für eine wissenschafts- oder praxisorientierte Wissensvermittlung konzentrieren.


§ 1 Name und Sitz

1.0 Der Verein führt den Namen »Forum für Entwerfen« (FE)

1.1 Der Verein soll in das Vereinsregister beim zuständigen Amtsgericht eingetragen werden und danach den Zusatz e.V. führen.

1.2 Sitz des Vereins ist Ulm.


§ 2 Zweck

2.0 Zweck des Vereins ist:

2.1 die ideelle und materielle Förderung der Gestaltung und der gestaltungsrelevanten Wissenschaften auf allen Gebieten, auf denen analoges Entwerfen eine Rolle spielt. Von besonderem Interesse sind dabei Themen der Anwendung bzw. Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen unterschiedlichster Disziplinen, sowie einer Wechselwirkung mit Fragen der anwendungsorientierten Wissensverarbeitung.

2.2 die Modernisierung und Humanisierung der Gestaltung unter Berücksichtigung der gebrauchsorientierten Nutzung, der ökologischen Bedingungen und der Anforderungen einer Alltagskultur zu fördern,

2.3 zur Anhebung der Gestaltungsqualität der visuellen Informationsgestaltung für die verschiedenen Kommunikationspozesse und der mannigfaltigen Mittel der Gestaltung unserer Umwelt beizutragen.


§ 3 Aufgaben

3.0 Zur Verwirklichung seiner Satzungszwecke widmet sich der Verein vornehmlich folgenden Aufgaben:

3.1 Durchführung von interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich der Gestaltung und relevanter Wissenschaftsbereiche, Initiierung, Planung und Realisation in Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen oder anderen interessierten Gremien.

3.2 Übernahme der Trägerschaft und Hilfestellung bei der Verwaltung für Gestaltungs- und Wissenschaftsstudien, Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

3.3 Beratung der Entscheidungsträger auf der kommunalen, Landes- und Bundesebene oder von Wirtschaftsunternehmen, die dieselben Ziele wie der Verein verfolgen.

3.4 Intensive Öffentlichkeitsarbeit als Aufklärungsvorhaben zur Verbreitung der Vereinsziele, um die analogen Gestaltungstheorien und Maximen bekanntzumachen.

3.5 Ein Forum der Begegnung einzurichten, um den qualifizierten Meinungsaustausch und die Informationsvermittlung zu ermöglichen, durch Veranstaltungen jeder Art wie Symposien, Kongresse und Vortragsveranstaltungen sowie Ausstellungen.

3.6 Den Transfer von Gestaltungsergebnissen und wissenschaftlichen Erkenntnissen für die anwendungsbezogene Praxis zu fördern und anwendungsorientierte Fragestellungen aus der Praxis an Gestaltung und Wissenschaft heranzutragen.

3.7 Eine intensive Zusammenarbeit mit dem Deutschen Designer Verband e.V. DDV und den ihm angegliederten Berufsverbänden sowie allen Vertretungen der Berufsfelder Gestaltung, die die Ziele des Vereins unterstützen, herbeizuführen.

3.8 In Kooperation mit zuständigen Instanzen Forschungsmittel, Geld- und Sachspenden einzuwerben, die für die Aufgaben des Vereins zur Verfügung gestellt werden.

3.9 Die Bemühungen der Ausbildungsstätten, eine sachgerechte, praxisorientierte und umweltbewusste Lehre anzubieten, zu unterstützen und für spezifische Angebote der Fort- und Weiterbildung zur Verfügung zu stehen.


§ 4 Gemeinnützigkeit

4.0 Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Gemeinnützigkeitsvorschriften (§§ 51 ff. AO) der Abgabenordnung.


§ 5 Mitglieder

5.0 Die Mitgliedschaft gliedert sich in
5.1 Ordentliche Fachmitglieder
5.2 Fördernde Fachmitglieder
5.3 Promotion-Mitglieder
5.4 Ehrenmitglieder

5.1 Ordentliche Fachmitglieder können natürliche Personen werden, die eine besondere fachliche Qualifikation auf dem Gebiet der Gestaltung oder einer gestaltungsbezogenen Fachwissenschaft nachweisen können. Sie stehen für die Mitarbeit in den Forschungs- und Entwicklungsgruppen zur Verfügung, soweit ihre professionelle Existenz dadurch nicht beeinträchtigt wird.

5.2 Fördernde Fachmitglieder können natürliche oder juristische Personen werden, die an den Aufgaben des Vereins interessiert und bereit sind, sie materiell und ideell zu fördern.

5.3 Promotion-Mitglieder können natürliche oder juristische Personen sowie auch Körperschaften des privaten und öffentlichen Rechts werden, die an den Aufgaben des Vereins interessiert sind und sich bereit finden, den Verein mit finanziellen Beiträgen zu fördern.

5.4 Die Mitgliederversammlung kann Persönlichkeiten, die sich um den Verein besonders verdient gemacht haben, zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernennen. Sie genießen die Rechte der Mitglieder.


§ 6 Erwerb und Beendigung der Mitgliedschaft

6.1 Die Aufnahme als Mitglied kann beantragt oder durch ein anderes Mitglied vorgeschlagen werden. Der Vorstand entscheidet über die Aufnahme.

6.2 Die Mitgliedschaft endet durch Tod, Ausschließung oder Austritt, bei juristischen Personen und nicht rechtsfähigen Vereinigungen durch Auflösung.

6.2.1 Die Mitgliedschaft kann durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorstand gekündigt werden mit einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Kalenderjahres.

6.2.2 Bei Vorliegen eines triftigen Grundes, der gegen die Interessen des Vereins steht, kann ein Mitglied ausgeschlossen werden. Die Ausschließung erfolgt durch Beschluss der Mitgliederversammlung auf Antrag des Vorstandes.


§ 7 Mitgliederversammlung

7.1 Die Mitgliederversammlung ist minstens einmal jährlich mit mindestens vierwöchiger Einberufungsfrist und unter Bekanntgabe der Tagesordnung durch den Vorstand schriftlich einzuberufen. Außerordentliche Mitgliederversammlungen erfolgen auf Einberufung des Vorstandes oder auf Verlangen von mindestens 1/3 der Mitglieder.

7.2 Beschlüsse werden in Mitgliederversammlungen gefasst, sofern nicht die Mehrheit der Mitglieder im Einzelfall ein anderes Verfahren zulässt. Die Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn mindestens 1/3 der Mitglieder anwesend sind. Bei Anwesenheit von weniger als 1/3 der Mitglieder ist unverzüglich eine neue Mitgliederversammlung einzuberufen, die sodann ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Mitglieder beschlussfähig ist.

7.3 Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder gefasst. Beschlüsse über die Auflösung des Vereins sowie über Satzungsänderungen, den Ausschluss eines Mitgliedes oder die vorzeitige Abberufung des Vorstandes bedürfen einer Mehrheit von 2/3 der anwesenden Mitglieder. Über die Beschlüsse der Mitgliederversammlung ist ein Protokoll zufertigen, das der Vorsitzende des Vorstandes bzw. im Verhinderungsfall dessen Stellvertreter unterzeichnet und abschriftlich den Mitgliedern übersendet.

7.4 Die Mitgliederversammlung beschließt insbesondere über folgende Angelegenheiten:

7.4.1 Wahl des Vorstands.

7.4.2 Feststellung des Jahresabschlusses sowie Entlastung des Vorstandes.

7.4.3 Wesentliche Angelegenheiten des Vereins auf Antrag des Vorstandes.

7.4.4 Wahl des Sachverständigen für die Prüfung des Jahresabschlusses.

7.4.5 Ernennung von Ehrenmitgliedern des Vereins.

7.4.6 Auflösung des Vereins sowie Satzungsänderungen, Ausschluss eines Mitglieds oder die Abberufung des Vorstands.

7.4.7 Festsetzung der Mitgliedsbeiträge.

7.4.8Alle sonstigen Angelegenheiten, in denen das Gesetz die Beschlussfassung durch die Mitgliederversammlung zwingend vorschreibt.

7.4.9 Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt.


§ 8 Vorstand

8.1 Der Vorstand besteht aus drei Vorstandsmitgliedern und setzt sich zusammen aus dem Vorsitzenden, seinem Stellvertreter und dem Schatzmeister. Die Amtszeit der Vorstandsmitglieder beträgt drei Jahre; Wiederwahl ist möglich.

8.2 Der Vorstandsvorsitzende, sein Stellvertreter und der Schatzmeister vertreten den Verein gemäß § 26 BGB jeweils allein. Im lnnenverhältnis wird bestimmt, dass der Stellvertreter nur bei Verhinderung des Vorsitzenden vertretungsberechtigt ist.

8.3 Der Vorstand gibt sich seine Geschäftsordnung selbst.


§ 9 Beirat

9.1 Den Beirat bilden Gestalter und Wissenschaftler. Sie werden durch den Vorstand gewählt. Der Vorstandsvorsitzende kann nach Notwendigkeit weitere Beiratsmitglieder ernennen.

9.2 Aufgabe des Beirats ist es, den Vorstand in gestalterischer und wissenschaftlicher Hinsicht zu beraten.


§ 10 Projektgruppen

10.0 Der Verein bildet nach Bedarf Projektgruppen, die für die Erfüllung seiner Aufgaben zur Verfügung stehen. Die Aufgabenstellungen werden von der Mitgliederversammlung oder vom Vorstand beschlossen. Der Vorstand ist gegenüber den Projektgruppen weisungsbefugt.

10.1 Die Projektgruppen werden für Forschungs- und Entwicklungsaufgaben vom Vorstand nach Beratung mit dem Beirat ernannt.


§ 11 Sekretariat

11.0 Der Verein kann für die Führung der laufenden Geschäfte der Verwaltung einschließlich Haushaltführung ein Sekretariat einrichten oder diese Aufgaben einer geeigneten Persönlichkeit oder Institution übertragen. Der Vorstand entscheidet über die jeweiligen Verfahrensweisen.


§ 12 Haushalt

12.0 Das Geschäfts- und Rechnungsjahr ist das Kalenderjahr.

12.1 Der Vorstand stellt einen Haushaltsplan auf, der den Mitgliedern vorgelegt wird. Der Vorstand ist an den von der Mitgliederversammlung beschlossenen Jahreshaushaltsplan gebunden, bis ein neuer Haushaltsplan beschlossen ist.

12.2 Die Jahresabschlüsse des Vereins sollen von einem Sachverständigen geprüft werden, wobei sich die Prüfung auch auf die Einhaltung der Vorschriften zur steuerlichen Gemeinnützigkeit zu erstrecken hat.

12.3 Der Verein ist eine gemeinnützige Einrichtung im Sinne der §§ 51 ff AO, d.h. im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

Der Verein ist selbstlos tätig, er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Die Mittelverwendung hat den steuerlichen Gemeinnützigkeitsvorschriften zu entsprechen. Überschüsse aus Einnahmen sind nach Deckung der Ausgaben einer Rücklage zuzuführen, soweit dies erforderlich ist, um die steuerbegünstigten Zwecke nachhaltig erfüllen zu können. Ansonsten ist die Rücklagenbildung nach den jeweils gültigen Gemeinnützigkeitsvorschriften erlaubt.

Es dürfen keine Personen durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergünstigungen begünstigt werden. Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall des steuerbegünstigten Zwecks darf das Vermögen des Vereins nur für steuerbegünstigte Zwecke im Sinne der Abgabenordnung verwendet werden.

Beschlüsse über die Verwendung des Vereinsvermögens dürfen erst nach Einwilligung des zuständigen Finanzamtes ausgeführt werden. Bei Auflösung des Vereins fällt das Vermögen an eine gemeinnützige Institution zur Verwendung im Sinne dieser Satzung. Der Verein kann Mittel seines Vermögens auch anderen gemeinnützigen Einrichtungen zu gemeinnützigen Zwecken überlassen.


§ 13 Mitgliedsbeiträge

13.0 Die Mitgliedsbeiträge werden durch Beschluss der Mitgliederversammlung festgelegt. Der Vorstand unterbreitet der Mitgliederversammlung hierfür geeignete Vorschläge.


§ 14 Spenden

14.1 Der Verein ist berechtigt, Spenden und sonstige Zuwendungen für die Zwecke des Vereins entgegenzunehmen und hierüber – entsprechend den Bescheiden der zuständigen Finanzbehörde – steuerwirksame Spendenbescheinigungen zu erteilen.


§ 15 Schluss

15.1 Sollten einzelne Bestimmungen dieser Satzung der Rechtswirksamkeit entbehren, so bleibt die Rechtswirksamkeit der übrigen Bestimmungen hiervon unberührt und soll bezüglich der rechtsunwirksamen Bestimmungen eine verständige Ergänzung gelten.

Ulm, den 14, Januar 1994



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